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Die BaAka Pygmäen

Die Ba'Aka, ein Pygmäenvolk, sind beheimatet in den Wäldern von Kamerun, der Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik und Gabun. Sie stellen etwa ein Drittel der Bewohner dieses Gebietes dar. Die Ba'Aka-Pygmäen sind hoch spezialisierte Waldmenschen, die nach wie vor in inniger, spiritueller Verbindung mit dem „Kosmos Wald“ leben, der für sie ein unendliches und unteilbares Gut darstellt. Für die Pygmäen ist der Wald Gott, dem sie singend begegnen, damit er nicht einschläft, die Früchte weiter wachsen und die Tiere keinen Hunger leiden.



Die Ba'Aka kennen jeden Winkel des Waldes und mit den Jahrhunderten haben sie sich ein beeindruckendes Wissen über die Pflanzen und Tiere angeeignet. Ihre umfassenden Kenntnis über pflanzliche Heilkräfte machen sich die Ba'Aka zu Nutze, z.B. bei der Herstellung von bei Rindensud gegen Husten und Fieber, Atem- und Herzbeschwerden oder Durchfall. Mit den Pflanzen sind sie in der Lage, jede mögliche Mixtur herzustellen, um Schmerzen zu lindern, Schlangenbisse zu heilen, die Fruchtbarkeit zu erhöhen oder wenn nötig Gift zur Abwehr gegen Feinde herzustellen.



Die Jagd zum Eigenbedarf und für den Tauschhandel ist den Ba'Aka mit traditionellen Methoden wie Armbrust und Netz innerhalb des Dzanga-Sangha-Schutzgebietes gestattet. Elefanten und Gorillas werden (offiziell) nicht mehr bejagt. Produkte wie Kautschuk, Fleisch und Sammelgüter wie Honig, Raupen, Früchte, Nahrungs- und Heilpflanzen beziehen die Ba'Aka aus den Wäldern. Sie tauschen diese mit den anderen in Dzanga Sangha lebenden Volksgruppen gegen landwirtschaftliche oder von außen zu gelieferte Produkte wie Salz und Seife.



Früher waren die Ba'Aka nach eigenen Aussagen ausschließlich Jäger, Fischer und Sammler. In den 60er Jahren wandelten sie sich durch den Einfluss der Regierung und der Missionare zunehmend zu sesshaften Kleinbauern, Lohnarbeitern und Händlern. Trotz eines starken Wandels in den Lebensgewohnheiten bewahrten die Ba'Aka Pygmäenbis heute ihr kulturelles und traditionelles Erbe. Die Mehrtonmusik der Ba'Aka wird von Kennern der Ethnomusik sehr geschätzt und zählt zu den gefühlsintensivsten Ausprägungen afrikanischer Musik. In Tänzen, Zeremonien, Erzählungen und Riten ehren sie den Wald.



Die Ba'Aka besitzen keine Herrschaftsstruktur und lösen interne Probleme unter sich, z.B. nach Konsensprinzip, durch Konfliktvermeidung oder Hexerei. Bei Schwierigkeiten mit Außenstehenden wenden sie sich mittlerweile zunehmend an die Dorfchefs oder die Polizei als staatlich legitimierte Autoritäten. Die Ba'Aka erheben heute Anspruch auf die gleichen Rechte wie alle Bürger des Landes: Schulen für ihre Kinder, Wahlrecht und Gesundheitsversorgung.



Durch den selektiven Holzeinschlag werden die traditionellen Nutzungsgebiete der Ba'Aka immer weiter eingeschränkt. Tiere und Pflanzen, von denen sie bisher gelebt haben, verschwinden. Die Lebensgewohnheiten der Ba'Aka haben sich in der jüngeren Vergangenheit stark verändert, vor allem seitdem sie dazu übergingen, ihre Dörfer entlang der großen Straße zu errichten, welche das Reservat durchquert. Sie suchen nach Möglichkeiten der Lohnarbeit in der Forstbewirtschaftung (Lokalisierung der nutzbaren Bäume), im Tourismus oder bei zahlreichen Forschungsprojekten, die in den Schutzgebieten im Gang sind.



Das Wissen der Ba'Aka und deren Fähigkeiten als Parkwächter, Spurenleser und Touristenführer wird von der Parkverwaltung genutzt, um den Wald zu schützen und gleichzeitig die Lebensweise der Ba'Aka zu erhalten. Sie zeigen den Besuchern ihre traditionelle Lebensweise, begleiten sie auf Tierpirsch durch den Regenwald, führen die Netzjagd und das Fischen vor, sammeln Heil- und Nutzpflanzen, gehen mit Gästen auf Honigsuche, tanzen im Lichte der Harz-Fackeln mit den Waldgeistern und singen nach erfolgreicher Jagd ihre Lieder. Damit verdienen sie sich ihren Lebensunterhalt. Dem Leben dieser verborgenen Kultur beizuwohnen, ist eine eindrucksvolle Erfahrung, zu der nur wenige Menschen Gelegenheit haben.



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